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Jahresrückblick 2018

     
                         
                         
                     
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Jahresrückblick 2018
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Klara Hospiz

Bistum Münster
 
 
 

Jahresrückblick 2018 für  St. Franziskus Marl

 

Die Pfarrgemeinde St. Franziskus setzt sich seit der Fusion am Pfingstfest 2016 aus den sechs ehemaligen Pfarreien St. Marien Lenkerbeck, St. Barbara Marl-Hamm, St. Konrad Hüls, Christ-König Sickingmühle, Liebfrauen Sinsen  und Herz-Jesu Hüls zusammen. Bei der letzten Kirchenvorstandswahl im November 2018 betrug die Gemeindegröße knapp über 11.000 Mitglieder. Vom zurückliegenden Herbst bis zum Jahresende verkleinerte sich die Pfarrei um gut 200 Mitglieder. Diese Tendenz spiegelt sich auch in den statistischen Zahlen wider. Im Jahr 2018 gab es 82 Taufen, das sind 12 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Austritte ist mit 64 nur leicht gestiegen. Verabschiedet  wurden 166 Verstorbene, was im Vergleich zu 2017 ein Zuwachs von 25 bedeutet. Deutlich wird die kleiner werdende Mitgliederzahl auch an dem Rückgang der Abonnenten für die Kirchenzeitung. Durch Wegzug oder Tod sind es jährlich etwa 20, die wir jeweils an den verschiedenen Kirchtürmen verlieren. Die Gottesdienstbesucherzahlen sind für alle spürbar und beinahe erschreckend zurückgegangen. Das liegt zum einen daran, weil die Ätern nicht mehr kommen können; zum anderen hat die nach 2010 im vergangenen September neue Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs durch Priester zu einem nachvollziehbaren Vertrauensverlust geführt. Das ist schmerzlich, wobei die traumatische Belastung der Opfer immer an erster Stelle gesehen werden muss. Die Pfarrei St. Franziskus ist kleiner geworden. Das bedeutet auch, dass in machen Bereichen die ehrenamtlichen Kräfte fehlen. Es muss Sorge getragen werden, dass die kleiner gewordene  Helferschar nicht überfordert wird; das gilt besonders im Bereich der Caritas. Auf der anderen Seite wird damit die Gemeinde insgesamt vor die Aufgabe gestellt, Ausschau nach immer neuen Kräften zu halten. Die missionarische Verantwort aller Getauften, die sicher in den letzten Jahrzehnten aus dem Blick geraten ist,  gilt es neu zu entdecken und umzusetzen.

 

Es sind die Hauptamtlichen, die mit ihrer Seelsorge gerade auch die Ehrenamtlichen aufwerten und unterstützen sollen.  Zur Zeit gibt es 3 Priester,  1 Aushilfspriester,1 Diakon,

1 Ordensschwester, 1 ½  Stelle für eine Pastoralreferentin bzw. Pastoralreferenten, 1 Verwaltungsreferentin, 5 Pfarrsekreterinnen, 2 Chorleiterinnen und 1 Koordinatorin, die gemeinsam das pastorale Feld bestellen. Ihnen zur Seite stehen vor allem die zahlreichen Katechetinnen in der Erstkommunion- und Firmvorbereitung. Ihre Treue, ihre Kreativität zu immer neuen Aktionen und ihre besondere Nähe zu den Familien ist unverzichtbar.

Zahlreich sind auch die Erzieherinnen in den 5 Kindergärten. Anfang Dezember haben sich die Leiterinnen mit den hauptamtlichen Seelsorgen getroffen, um gemeinsam zu überlegen, wie die Verbundenheit zwischen Kita und Gottesdienstgemeinde noch verstärkt werden kann. Zwei Damen vom Diözesancaritasverband haben die Tagung moderiert. Im Frühjahr 2019 soll das offene Gespräch miteinander fortgesetzt werden.

 

Ein wichtiges Ereignis war im zurückliegenden Jahr der Katholikentag in Münster. Thematisch war er durch unseren Ostergarten an St. Konrad aufgegriffen  worden. Es ging um das Thema „Suche Frieden“. Wieder hatten 7 Gruppen, unter ihnen erfreulicherweise auch 2 Männergruppen, ausdrucksstark Stationen gestaltet. 1 Woche lang kamen viele Besucher, um den gelungenen Meditationsweg nachzugehen.  Bei dem Katholikentag selber waren wir mit 2 Ständen auf der Kirchenmeile vertreten. Zum einen ging es um die verschiedenen Kolumbarien in Deutschland. Dazu war eigens ein eindrucksvoller Film entstanden, der in dem Stand ununterbrochen gezeigt wurde. Daneben wurden die Besucher eingeladen, mit Hilfe  unseres Holzbaukastens den Münsteraner Dom nachzubauen. Dabei kamen wir mit Christen aus ganz Deutschland ins Gespräch. Mittendrin besuchte uns am 12. Mai der inzwischen leider ausgewechselte Generalvikar Norbert Köster. Er teilte uns mit, dass der

 

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bischöfliche Rat nun endlich seine Zustimmung zum neuen Kolumbarium in unserer Barbarakirche gegeben hat.

Es soll ein Urnenfriedhof werden, wo außen die Gräber sind und in der Mitte weiter die Sakramente der Kirche gefeiert werden können. Für diese doppelte Nutzung hat St. Franzisus 5 Jahre gekämpft. Nachdem in der Adventszeit auch die Wirtschaftsabteilung des bischöflichen Generalvikaiats ihr O.K. gegeben hat, können zu Beginn des neuen Jahres die Baumaßnahmen in Angriff genommen werden. So bleibt die Barbarakirche für die Waldsiedlung erhalten.

 

Ende Oktober fand in Rom die dreiwöchige Jugendsynode statt. Über 250 Bischöfe aus aller Welt (unser Bischof Felix Genn war einer der deutschen Vertreter)  und gut 60 junge Leute suchten nach einem neuen Miteinander von Jugend und Kirche. Dabei hatte der Papst ausdrücklich den synodalen Weg (d.h. gemeinsam auf dem Weg sein) als Arbeitsmethode vorgegeben. Diese Vorgehensweise unterscheidet sich vom parlamentarischen Weg, wo bereists vorbereitete Beschlussvorgaben zur Abstimmung ins Plenum gegeben werden. Für die meisten Bischöfe war der neue Weg gleichsam revolutionär; gleichzeitig mag er für den Papst eine Gefährdung auslösen. Am Ende wurden 4 Schlussdokumente verabschiedet. Sie greifen die großen Themen auf: 1. der Weg der Kirche muss synodalisch sein,

                                                    2. die Rolle der Frau in der Kirche muss im Blick beiben,

                                                    3. die Antworten der Kirche zur Sexualität und dabei auch 

                                                    zur Homosexualität müssen immer neu formuliert werden,

                                                    4. dieKirche muss sich stets der Spannung von Gewissen und

                                                    Freiheit stellen.

Bischof Felix Genn berichtete bei verschiedenen Gelegenheiten, u.a. auch in unserer Kirchenzeitung, mit Begeisterung von seinen römischen Eindrücken. Er sieht in ihnen  für die Kirche von Münster eine zukunftsträchtige  Herausforderung.

 

Am 17./18. November wählten die Pfarreien in unserem Bistum einen neuen Kirchenvorstand. Für St. Franziskus war es die erste Wahl nach der Fusion. Wie oben vermerkt, betrug die Gemeindegröße im Herbst noch über 11.000 Katholiken. Das bedeutet, dass ein Kirchenvorstand mit 16 Mitgliedern gewählt werden musste. Eine große Zahl, zumal an den Kirchtürmen eine zunehmende Müdigkeit nicht zu leugnen ist. Den ganzen Sommer über lief die Ausschau nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten. Am Ende waren 22 gefunden, unter ihnen auch 3 Frauen. Alle Ortsgemeinden waren vertreten. Die Wahl selbst war bestens vorbereitet, so dass überall genügend Wahlhelfer zur Verfügung standen.

Bei der ersten konstituierenden Sitzung wurde  Herr Bernd Püttmann aus Liebfrauen Sinsen zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Für die verschiedenen Ausschüsse ließen sich sehr unkompliziert kompetente Mitglieder finden. Mit diesem neuen Gremium darf sich St. Franziskus voller Zuversicht auf die kommenden Aufgaben zubewegen.

 

Natürlich leiden unsere Pfarrei und die Gemeinden an den Kirchtürmen daran, dass das gottesdienstliche Leben, das Mitfeiern der Sakramente und das dauerhafte ehrenamtliche Engagement unübersehbare Einbrüche erlebt. Bei allen Bemühungen der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und –arbeiter ist ein Trend nicht aufzuhalten. Man spricht von „Glaubensverdunstung“. Lothar Zenetti, ein Theologe unserer Tage, greift die sogenannte Glaubensverdunstung auf. Er meint: sie würde nicht geschehen, wenn man die Wasser des Glaubens in einer festverschließbaren Flasche aufbewahren würde; wenn man sie aber in eine offene Schale gießt, kann man eine Verdunstung nicht ausschließen. Das bedeutet auf den

 

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ersten Blick: Verlust! Doch wer spricht von der Luft, die nun nicht mehr trocken, sondern angefeuchtet ist? Ein Glaube liegt in der Luft.

Die offene Schale stellen wir in St. Franziskus vor allem mit unseren Festen bereit. Mit viel Einsatz werden die Pfarrfeste vorbereitet. Der Sickingmühler Karneval wäre ohne die Kirchengemeinde nie so gut auf den Weg gekommen. Die Biergärten an der Barbarakirche und nun auch in den Sommerferien am Kindergarten St. Marien erfreuen sich größter Beliebtheit. Die Sommerpizzaria auf dem Waldspielplatz fand wieder mit Erfolg statt.

Es war u.a. auch der heißeste Sommer, den wir 2018 erlebten,  und der mit dazu beitrug, dass soviele Menschen bei den Festen unserer Pfarrei zusammenkamen. Sie waren alle willkommen. Da wurde St. Franziskus zur offenen Schale von der Lothar Zenetti spricht, um unserem Bemühen eine Ermutigung zu geben.

 

Kirche verändert sich. Das erleben wir hautnah da, wo wir weniger werden.

Kirche verändert sich, das zeigt uns u.a. auch der neue Kirchenvorstand.

Kirche verändert sich, das erfahren wir, wenn sich plötzlich doch neue Mithelferinnen und –helfer finden lassen. Wo Kirche sich verändert, ist sie nicht erstarrt, da lebt sie. Alles Lebendige gehört zu dem Gott, bei dem das das Leben siegt. Er möge uns auch durch das neue Jahr 2019 mit seinem Segen begleiten. Amen.                                               (U. Müller, Pfr.)